Biografie Thomas Jefferson (3. Präsident der USA)

Thomas Jefferson — 3. Präsident der USA

„I have sworn upon the altar of God, eternal hostility against every form of tyranny over the mind of man.“ Thomas Jefferson in einem Brief an Dr. Benjamin Rush am 23. September 1800.
Geboren am 13.4.1743 in Shadwell, Virginia, als Sohn eines Plantagenbezitzers.

Thomas Jefferson

Thomas Jefferson (photo: National Archives)

Jefferson studierte Rechtswissenschaft und wurde 1767 als Anwalt zugelassen. Zwei Jahre später, 1769, wurde er für den Staat Virginia in das Abgeordnetenhaus gewählt. Thomas Jefferson war einer der führenden Köpfe in der Unabhängigkeitsbewegung gegen die Engländer. In seinem 1774 veröffentlichten Aufsatz ‚A Summary View of the Rights of British America‘ setzte er sich schon scharf für eine Unabhängigkeit der Amerikaner ein. Er argumentierte, dass die ersten Siedler unabhängige und freie Individuen gewesen seien und keine Abgesandten der englischen Krone und dass sie nun auch das Recht hätten, ihre Regierung selbst zu wählen.

Die Amerikaner waren autark und damit unabhängig vom Mutterland England, mußten jedoch an die englische Krone Steuern bezahlen ohne dort ein Wahlrecht zu haben. Vom Kongreß beauftragt, verfaßte er am 4.7.1776 die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika, basierend auf dem ‚Summary View‘ – diese sah vor, sich aufgrund der ‚tyrannischen‘ Gesetze von der englischen Krone zu befreien. Ferner wurde die Freiheit des Einzelnen und die Gleichheit aller Menschen fest verankert, allerdings waren mit Menschen nur die weißen Menschen gemeint. Außerdem wurde auch die Gewaltenteilung, also die Trennung von der Legislative, Judikative und Exekutive eingeführt. Von 1776 bis 1779 war Jefferson Deputierter des Staates Virginia. In dieser Zeit arbeitete er an Reformen der Gesellschaft. Die Humanisierung des Strafrechtes, die Trennung von Kirche und Staat und die Abschaffung sozialer Vorrechte, waren sein Anliegen. Von 1779 bis 1781 war er Gouverneur des Staates Virginia.

Seine politische Karriere führte ihn dann im Jahre 1785 als Gesandter nach Paris. Hier suchte er den Kontakt zu den führenden Aufklärern Europas. Die beginnende französische Revolution erlebte er quasi als ein Augenzeuge – er begrüßte sie. Seine diplomatische Tätigkeit in Frankreich endete 1789.

Ein Jahr später ernannte ihn George Washington zu seinem Außenminister. In diesem Resort war er bis 1793 tätig. Nach seiner Demission ging er auf Gegenkurs zur Regierung, da er mit der Politik seines Gegenspielers A. Hamilton, die wieder auf Schmusekurs mit England war, nicht einverstanden war.

Thomas Jefferson gründete die Partei der Demokratischen Republikaner (heutige Demokratische Partei) und ließ sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen. Sein Ziel Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, verfehlte er bei den Wahlen 1797 und dem damaligen Wahlsystem nur knapp. Er wurde Vize- Präsident. Präsident wurde John Adams. Die von der Adams-Regierung verabschiedeten und gegen Ausländer gerichteten Gesetze -namentlich die ‚Alien Acts‘ und der ‚Sedition Act‘ (Volksverhetzungsgesetz)-, die vorsahen, dass jeder Bürger von gesetzeswegen verfolgt werden kann, der kritische Äußerungen über Beamte verlauten läßt, konnte Jefferson nicht akzeptieren. Er und J. Madison forderten die einzelnen Staaten der Union auf, diese Willkür und Einschränkung der freien Meinungsäußerung nicht zu befolgen und abzulehnen. Bei den nächsten Wahlen 1801 wurde Thomas Jefferson dann doch zum 3. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

Als seine größten innenpolitischen Leistungen ist der Erwerb Louisianas (1803) durch Kauf von Frankreich und die Förderung und Ausdehnung nach Westen und damit die Verdoppelung des Stadtgebietes( Stichwort: Lewis und Clark Expedition 1804-1806) zu nennen.

Außenpolitisch war Jefferson weit weniger erfolgreich: durch ein Embargo, das er 1807 gegen Europa verhängte (Embargo Act), mußte die amerikanische Wirtschaft enorme Schäden und Verluste ertragen. Das Embargo wurde verhängt, weil er England dazu zwingen wollte, die Neutralität Amerikas während der Napoleonischen Kriege anzuerkennen.

Nach seiner Amtszeit 1809 war Thomas Jefferson, der hochgebildete Aufklärer, noch viele Jahre als politischer Berater seiner Nachfolger ein gefragter Mann und nahm so Einfluß auf das gesellschaftliche, kulturelle und politische Leben seines Landes. Thomas Jefferson starb am 4. Juli 1826 in Monticello, Virginia, seinem Wohnsitz.

 

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Wie vor mehr als 200 Jahren ein US-Präsident den Hochheimer zum Thema machte.
Thomas Jefferson war ein vielseitiger Mann. Zu seinen herausragenden Verdiensten gehört die dritte Präsidentschaft der Vereinigten Staaten vom Amerika von 1801 bis 1809. Jefferson gilt als einer der einflussreichsten Staatstheoretiker der USA und maßgeblicher Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Er gründete die Demokratisch-Republikanische Partei, ging als „Vater der Universität von Virginia“ in das amerikanische Bildungswesen ein und setzte als Architekt neue Maßstäbe, so unter anderem mit seinem zauberhaften Wohnsitz Monticello, heute ein UNESCO Welterbe. Und – jetzt kommt der Wein ins Spiel – das in Virginia geborene und in Virginia gestorbene amerikanische Multitalent lernte in Europa, wo Jefferson in Paris als Diplomat stationiert war, auf Reisen den Riesling, die Auslese, den Spätburgunder und andere namhafte Produkte kennen und lieben – besonders auch in Deutschland. Einzelheiten zu Besuchen und die Folgen für den Weinanbau in den USA sind überliefert.

Ein Hoch auf den „Hock“ vom Rheingau

Besonders angetan war Jefferson unter anderem vom Rheingau, wo er Bekanntschaft mit dem Weinhändler John Adam Dick & Sohn in der Nähe von Frankfurt machte, in dessen Keller bis zu 500.000 Weinflaschen lagerten. „You may taste at their tavern genuine Hock, and one of the oldest“, soll Jefferson gesagt haben, wobei die Bezeichnung „Hock“ von dem Namen der Weinregion Hochheim abgeleitet ist. Ein Ausdruck, mit der auch die englische Königin Victoria den Wein adelte, als sie seinerzeit nach einem Besuch Hochheims in ihrem Heimatland mit dem Worten „A Hock keeps off the doc“ den Hochheimer populär machte. Jefferson blieb vier Tage im Rothen House des John Adam Dick & Sohn, ließ sich die Weinberge von Hochheim, Johannisberg und Rüdesheim zeigen und lobte die „very first quality“ der Weine. Dicks Weinliste enthielt Jahrgänge von 1726 bis 1783, und so genoss der damalige Diplomat mit seinem Freund Baron de Geismar auch einen 62 Jahre alten Hochheimer, so niedergeschrieben in dem Buch „Passions: The wine and travels of Thomas Jefferson“ von James Gabler und James M. Gabler.

100 Weinreben aus Hochheim für Virginia

Der US-Präsident in spe machte nach echter Jefferson-Manier nicht nur in der amerikanischen Politik, sondern auch in Sachen Wein Nägel mit Köpfen – wie er es mit allen Dingen tat, die ihm wichtig erschienen. Bevor er am 10. April 1788 Hoch-heim verließ, erwarb er 100 Weinstöcke für seinen Pariser Garten – ganz offensichtlich in der Absicht, sie später nach Monticello in Virginia zu überführen, denn Jefferson schrieb aus Paris an seinen Freund Geismar, dass seine Deutschland-Reise erfolgreich gewesen sei, dass die Reben aus Hochheim und Rüdesheim in seinem Garten gediehen und er die Absicht habe, sie im nächsten Winter über den Atlantik zu verschiffen. „Und“, so fuhr er fort „wenn du jemals Monticello wieder besuchen solltest, werde ich in der Lage sein, dir ein Glas Hock oder Rudesheim aus eigener Produktion zu geben.“ Ob eben diese Weinreben tatsächlich nach Virginia überführt wurden, daran scheiden sich die Geister. Denn als Jefferson im September 1789 zu einem sechsmonatigen Urlaub in Amerika aufbrach, war es eine Reise ohne Wiederkehr. George Washington ernannte Jefferson zum Außenminister der Vereinigten Staaten. In Biografien wird behauptet, dass Jefferson begann, nach seiner Rückkehr aus Frankreich in Monticello Wein anzubauen und auch von der Verschiffung zahlreicher Weingebinde von Frankreich in die USA ist die Rede. Aber erst am Ende seiner zweiten Amtszeit als Präsident im März 1809 konnte sich Jefferson wieder völlig dem Ausbau seines Heims und seiner Gärten widmen. In heutigen Wein-Glossaren wird Monticello als Weingut geführt.

Deutsche Wurzeln: Jefferson und der Wein

Dass Jeffersons weit verzweigte persönliche Wurzeln zum Teil deutschen Landen entsprungen sind ist eine unumstößliche Tatsache: Zu seinen Vorfahren gehört mütterlicherseits der Augsburger Täufermärtyrer Eitelhans Langenmantel (1480 – 1528). Als sicher anzusehen ist auch, dass die hervorragenden Weine der vielen Weingüter in den lieblichen Hügeln Virginias nicht zuletzt auf deutsche Anbaugebiete wie der Rheingau und das Engagement Thomas Jefferson zurückzuführen sind.