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Freitag, 30. Oktober, 2020
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Preppers in Amerika – einst TV Phänomen und belächelt, und dann kam die Pandemie des Weges

Vor einigen Jahren wurde eine Reality Show namens Doomsday Preppers im Fernsehen gezeigt und hatte großen Erfolg, wenngleich bestimmt die meisten Zuschauer nur aus Interesse an diesen „Verückten“ die Sendung schauten. Schließlich war alles in bester Ordnung, die Wirtschaft florierte und diese ganzen Theorien vom Weltuntergang angefangen bei Atomkrieg bis Pandemien war recht fern.

Prepper sein hat eine neue Perspektive bekommen in Pandemie Zeiten

Zugegebenermaßen konnte man den Sinn von Vorräten sehen, zum Beispiel bei Naturkatastrophen wie Hurricanes und … das war es eigentlich schon und den Großeinkauf kann man immer noch eine Woche vor dem Hurricane hinbekommen.

Kriegszeiten wie in Europa kannte der Amerikaner gar nicht und falls doch, das ist lange her. Junge Generationen leben für den Tag, nicht die Zukunft.

Prepper gab und gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: die es bitter-ernst leben und denen man es ansieht und dann die heimlichen Prepper, die alles tun aber es nach außen aus 2 Gründen nicht zugeben: erstens soll keiner wissen, dass man ‚alles‘ hat und zweitens wird man doch nur belächelt.

Dabei ist es nichts Schlimmes Vorräte zu lagern: die FEMA (Katastrophenorganisation in den USA) gibt genauso Ratschläge auf Ihrer Website wie es die vergleichbaren Organisationen in Deutschland und anderen Ländern der Welt machen. Man soll immer Wasser und Grundnahrungsmittel nebst Batterien, Radio, Medizinischen Notfall-Kit etc. für eben einen Notfall einsatzbereit haben. Aber wer hat das schon? Außer diesen Preppern!

Vielleicht hat sich das seit der COVID-19 Pandemie leicht geändert — sehr schnell hat man gemerkt, dass die Regierungen in einem Kriesenfall selbst sehr überrascht sind und alle Arten von Handlungsprotokollen nicht wirklich funktionieren oder jeder Politiker in seinem Bundesland oder Bundesstaat eigene Experten und Maßstäbe und Protokolle hat. Einheitliches Handeln gab es zu keinem Zeitpunkt der Pandemie, zumindestens nicht in den USA aber auch Deutschland zeigte wie Kompetenzrangeleien der Angelegenheit nicht wirklich zu Dienste waren.

Bürger aller Länder mußten auch feststellen, das tatsächlich Engpässe bei Standardprodukten von Nudeln bis Klopapier eintraten. Regale waren leer und Nachschub stotterte.

Während einer echten Katastrophe kann man sich am Ende auf Nichts verlassen, daher sollte man die Vorsorge und Selbsthilfe Seiten der Regierung gut studieren. Eigentlich sind diese nichts anderes als das was Prepper und ihre Dutzenden Webseiten schon lange anraten: Vorräte anlegen, größtmögliche Unabhängigkeit anstreben und so weiter.

In den USA haben Umfragen ergeben, dass Menschen gerne aus großen Städten und speziell Mietwohnungen raus wollen, irgendwohin in die Vororte, wenn es der Job erlaubt, aber auch die finanziellen Möglichkeiten. Beides nicht leicht für viele Menschen.

Selbstversorger werden und soviel wie möglich im eigenen Garten oder Wohnzimmer Hängegarten anbauen. Schrebergärten wären ideal, aber da besteht bereits ein Engpass.

In den USA sind Häuser mit vollkommender Unabhängigkeit (Sutainable Living / Nachhaltiges Wohnen) von Wasser und Strom schon lange ein Trend und Earthship Homes und verwandte Konzepte sind sicher das Non-Plus-Ultra, aber nur wenige können sich das leisten. Tiny Homes und in Kombination mit off-the-grid Konzepten, die zudem Normalbürgern (mit „normaler Finanzkraft“) die Möglichkeit geben auch finanziell nicht ein Leben lang an große Hypotheken gebunden zu sein oder in ein undendliches Mieter-Leben zu geraten, was letztendlich nur Geld kostet aber keinen Wert oder Mehrwert für das Alter erzeugt.

In den USA werden neben dem Bevorraten von Lebensmitteln und dem Packen des Bug-out Bags (Notfallgepäck) natürlich auch noch Waffen gehordet, was bis zu einem Grad als Verteidigungsinstrument noch Sinn machen kann aber bei der Menge und der Art der Waffen kann man schon Angst bekommen. Es soll im Schnitt 120 Schusswaffen per 100 Einwohner in den USA geben.

Eine Pandemie war für viele Menschen die unwahrscheinlichste Katastrophe, einfach weil es andere Katastrophen häufiger gibt. Nun weiss man, dass die Folgen einer Pandemie, und die jetzige ist noch nicht vorbei, viele Facetten hat, von Gesundheitsystemproblemen bis Unterbrechungen der gesamten Wirtschaft und in Folge u.U. Arbeitslosigkeit, Armut, Depression, Kriminalität und so weiter.

Wie lange wird eine Pandemie dauern und wann kommt die nächste und hat man Vertrauen in die Regierung beim nächsten Mal alles besser zu machen?

Die soziale Versorgung aller Pandemie Betroffenen in den USA ist beispielshaft schlecht und die beiden Parteien werden keine Einigung erzielen: Demokraten fordern seit Anbeginn ein sicheres Auffangnetz all derer zu schaffen, die langfristig keine Arbeit bekommen werden, aber alle Vorschläge wurden abgelehnt. Auch wurde nur für wenige Wochen eine winzige finanzielle Hilfe gezahlt — Republikaner fürchten um alle Niedriglohnarbeiter: diese sollen nicht an ein soziales Netz gewöhnt werden, da sie ansonsten nicht wie üblich die 2-3 verschiedenen Jobs pro Tag arbeiten — nur so läßt sich für Arbeitgeber der Profit maximieren. Weil nun gar kein Geld für viele ins Haus kommt, steigt die Armut derzeit alarmierend und die Zeltstädte in den Metropolen platzen aus den Nähten. Wie Republikaner die Nation aus dieser Lage befreien wollen ist unklar, hat aber keine Priorität wie es scheint.

Also, vielleicht doch Prepper werden… es muss ja nicht gleich extrem werden und ein unterirdischer Bunker gebaut werden, sondern man fängt erstmal mit Vorratsplanung, Notfallausrüstung, …und wenn möglich vielleicht einem kleinen Garten an.

Wer Interesse hat sich für Katastrophen wenigstens ein wenig vorzubereiten, der findet anschließen die Ressourcen

Ressourcen

Deutschland:
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: https://www.bbk.bund.de/
Schauen Sie einmal unter dem Punkt „Vorsorge und Selbsthilfe“ wo man Infos zu Lebensmittelvorrat und Notgepäck findet.

USA:
Eine der Websites mit gebündelten Infos zu allen Arten von Katastropen und Vorsorge ist: https://www.ready.gov/
Die FEMA ist die Federal Emergency Management Agency, die bei Katastrophen vor Ort Hilfe leistet: https://www.fema.gov/

Neuseeland:
Die Website GetReady gibt detailliert Infos: https://getready.govt.nz/

Schusswaffen in den USA

Wikipedia (engl.): Estimated number of civilian guns per capita by country

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