Mardi Gras in Mobile, Alabama

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Die Hafenstadt Mobile in Alabama liebt den Sinnesrausch

Der älteste Mardi Gras der USA in Mobile beginnt in diesem Jahr am 26. Januar 2018 und steigert sich in einen Sinnesrausch bis zum Faschingsdienstag, seinem Höhepunkt am 13. Februar.

Mehr als 40 Parade-Umzüge in der Stadt mit zigtausenden ins Publikum geworfenen bunten Halsketten, über 60 Festbälle und jede Menge farbenfrohes Karnevalsgebäck sind in Alabamas Hafenstadt am Golf von Mexiko ganz klar eine Sache der gut 400.000 Einheimischen – und damit absolut authentisch. Die „Mobilians“ heißen aber ebenso Touristen beim Feiern auf den Straßen und in den Bars der Dauphin Street willkommen, manchmal auch auf ihren Bällen. Die Seite www.themobilemask.com gibt einen guten Überblick der fünften Jahreszeit an der Meeresbucht Mobile Bay in englischer Sprache.

Mardi Gras Parade in Mobile, Alabama (Foto: Alabama Tourism, Berlin, alabama-usa.de)
Mardi Gras Parade in Mobile, Alabama (Foto: Alabama Tourism, Berlin, alabama-usa.de)

Dass beim Karneval – und auch in der Architektur der Altstadt – einiges an die größere Schwester New Orleans zwei Autostunden weiter westlich erinnert, hat einen guten Grund: Wurde Mobile doch 1702 als erste Hauptstadt der damaligen französischen Kolonie Louisiana gegründet, schon 16 Jahre vor New Orleans und lange vor der Gründung des Staates Alabama 1819. Seinen ersten Mardi Gras feierte Mobile anno 1703. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Karnevalisten etwas müde geworden, aber gleich nach dem Elend des Bürgerkriegs gab es einen Neustart des Originals mit einem spontanen Umzug, um wieder Freude ins Leben zu bringen.

Rund ums Jahr zeigt das Mobile Carnival Museum die bunte Welt des Mardi Gras in der Stadt und ihrem Umland. Zu sehen sind auch Masken und die langen Schleppen der Karnevalskönige und ihrer Gemahlinnen. Die werden kunstvoll handgenäht und kosten die Gekrönten oftmals so viel wie ein ganzes Haus. Die Karnevalsgesellschaften in und um Mobile, von denen die meisten eigene Umzüge und Bälle bestreiten, tragen Namen wie „Mystics of Pleasure“, „Order of Inca“ oder „Neptune’s Daughters“.

Zu den vielen weiteren Attraktionen der Stadt zählen auch das Meeresmuseum GulfQuest Maritime Museum über das Leben der Menschen am Golf von Mexiko und dessen Biologie, das Schlachtschiff USS Alabama aus dem Zweiten Weltkrieg und das 5 Rivers – Alabama’s Delta Resource Center, das eine artenreiche Sumpflandschaft voller Alligatoren auf Bootstouren zugänglich macht. Die nahe gelegenen Bellingrath Gardens zählen zu den schönsten Beispielen für die Gartenkunst in den Südstaaten.

Mobile hat sich das französische Erbe auch in der Aussprache seines Namens bewahrt. Die Betonung liegt, ganz anders als es in den USA zu erwarten wäre, auf der zweiten Silbe – mit einem „i“, und nicht einem „ei“, ähnlich wie im deutschen „Automobil“.

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