Levi's Jeans
Levi’s Jeans

USA Reiseplanung / Preisspiegel USA: Levi’s Jeans kosten in den USA ca. 30-50 Dollar. Erhältlich in den meisten Kaufhäusern.

Dieser Artikel stellt eine Informationssammlung zum Thema Levi Strauss und der Erfindung der Jeans dar.

Levi Strauss Geschichte

Als der Vater von Levi Strauss, Hirsch Strauss, im Jahre 1845 starb, emigrierte zwei Jahre später seine Witwe Rebecca wegen sozialer Mißstände und vor allem wegen fehlender Zukunftsaussichten mit ihren Kindern, das sind Levi und seine beiden Schwestern Fanny und Mathilde im Jahre 1847 von Franken nach Amerika. Zum damaligen Zeitpunkt war Levi 18 Jahre (geboren am 26.2.1829), als er seine Geburtsstadt Buttenheim bei Bamberg mit der Großstadt New York tauscht. Levi arbeitet sodann im Laden seiner Halbbrüder Jonas und Louis, beides Kinder aus der ersten Ehe Hirsch Strauss‘.

Levi’s Kenntnisse der englischen Sprache waren ziemlich bescheiden, aber er schlug sich durch. Als in Kalifornien der Goldrush ausbrach, folgte auch der junge Levi dem Ruf des glänzenden Metalls. Es war im Jahre 1853, in dem er auch die Staatsbürgerschaft bekam, als er beschloss, nach San Francisco umzusiedeln.

In seinem Gepäck waren u. a. einige Stoffballen, Wagenplanen, Zeltplanen und Leinwandballen aus dem New Yorker Laden – und vermutlich auch Nadeln und Nähgarne. Auch in San Francisco war damit nicht viel Geld zu verdienen, aber Levi brauchte nicht lange, um zu erkennen, dass die hart arbeitenden Minenarbeiter strapazierfähige, robuste, schier unverwüstliche Hosen benötigten. Die hatten sie nicht und so kam er auf die Idee, Beinkleider aus robusten Zeltplanen zu fertigen. Er suchte sich den nächst besten Schneider, lieferte dem seine Zeltplanen und wenig später war die erste Hose fertig. Die Legende besagt, dass der erste Kunde von den unverwüstlichen Hosen so begeistert war, das er die ganze Nacht durch die Stadt zog und jedem, der es wissen wollte oder auch nicht, von den wunderbaren Hosen des Levi Strauss berichtete.

Die Jeans war geboren. Levi nennt sie ‚Waist overall‘. Blue war sie noch nicht, sondern braun, hüfthoch und gehalten wurde sie durch Hosenträger. Die Digger, die Goldgräber also, rissen ihm die Hosen förmlich aus der Hand.

Strauss vom Erfolg überrascht, eröffnete in San Francisco einen Laden, den ersten ‚Jeans-Shop‘ sozusagen. Mit der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass diese robusten Hosen eine Schwäche hatten – die Nähte! Die Digger hatten die Angewohnheit, sich ihre Taschen mit sämtlichen Material , was eine Mine nur hergeben kann, vollzustopfen und das hält die beste Naht im unverwüstlichsten Stoff nicht lange aus. Da brachte ihn der Schneider Jakob Davis auf die Idee, die Schwachstellen mit Nieten zu verstärken. Levi war begeistert, stattete seine Hosen mit Nieten aus und ließ sich dies 1873 sogar patentieren. Wenig später erkannte man die Original Levi Hose an der Kupfernietenverstärkung der Taschen und an einer orange farbigen Doppelnaht. Von der braunen Zeltplane stieg er bald auf blauen Denim um. Ein durch ein neues in Frankreich erfundenes Webverfahren hergestellter und ebenfalls sehr robuster Stoff, dem ‚Serge de Nimes‘.

1890 ist das Gründungsjahr der ‚Levi Strauss & Company‘ – mit Firmensitz in San Francisco. Seine Waist Overalls bekommen die Produktionsnummer ‚501®‘. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr verbesserte Details hinzu, aber auch typische Erkennungszeichen der echten Hose, da es immer mehr Nachahmer gab: da wurden z. B. der Doppelbogen (Arcuate) auf den hinteren Taschen, das ‚Two Horse Patch‘, also das Lederetikett mit dem Symbol der Unverwüstlichkeit (es zeigt zwei Pferde die versuchen, die Hose zu zerreißen) und das ‚Red Tab‘ das ist das rote Etikett mit dem Firmenlogo. Blue Jeans wurde die Hose erst um 1920 genannt und Jahre später fielen die Hosenträger dem Gürtel zum Opfer.

Als Strauss 1902 stirbt, hinterlässt er den Multimillionen Dollar Konzern seinen Neffen. Heute sind mehr als 17.000 Menschen damit beschäftigt, das Erbe des Firmengründers am Leben zu erhalten. Seine Produkte, zu denen neben Levi’s® auch Dockers® und Slates® gehören, werden in mehr als 30.000 Läden in über 60 Ländern verkauft.

Levi’s ‚Buttenheim Story‘

Levi Strauss Museum in Buttenheim
Levi Strauss Museum in Buttenheim
Diese nachfolgende Geschichte übermittelte uns das: Levi-Strauss Museum in Buttenheim, Deutschland, Adresse weiter unten.

Das Leben von Levi Strauss, dem „Vater“ der Blue Jeans, verkörpert wie kaum ein anderes den amerikanischen Traum.

Löb, so lautete sein Name ursprünglich, wurde am 26. Februar 1829 im fränkischen Buttenheim als Sohn von Hirsch Strauss und dessen zweiter Ehefrau Rebecca (geb. Haas) geboren. Hirsch Strauss hatte, als er Rebecca heiratete, bereits fünf Kinder (Jakob, Rösla, Jonathan, Lippmann und Mathilde) aus erster Ehe. Löb und seine Schwester Vögela (später Fanny genannt) waren die jüngsten Strauss-Kinder. Der Vater betrieb wie viele andere fränkische Landjuden einen Hausierhandel mit Tuch und Kurzwaren, der für die große Familie gerade das Nötigste zum Leben abwarf. Als Hirsch Strauss 1846 nach längerer Krankheit an Tuberkulose starb, geriet die Familie in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Deshalb blieb Mutter Rebecca und den jüngeren Kindern Löb, Vögela und Mathilde als einziger Ausweg nur noch die Auswanderung nach Amerika zu den älteren Söhnen Jonathan und Lippmann (inzwischen Jonas und Louis). Sie hatten Buttenheim bereits einige Jahre früher den Rücken gekehrt und in New York einen Textilhandel aufgebaut. Löb – der seinen Namen bald in Levi amerikanisierte – lernte den Händlerberuf bei seinen Brüdern und arbeitete in deren Geschäft. 1853 nahm Levi die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Levis Schwester Fanny heiratete David Stern und beide zogen nach San Francisco um, kurz nachdem die Nachrichten von Goldfunden in Kalifornien die Ostküste erreichten. San Francisco und die Möglichkeit, sein Glück zu machen, lockten auch Levi. Im März 1853 kam er, zusammen mit seinem Diener, in der pulsierenden Stadt an und gründete mit seinem Schwager und seinem Bruder Louis einen Handel für Kurzwaren und Stoffe. Im Sortiment war alles, was die Mienenarbeiter und Pioniere des damals noch Wilden Westens benötigten. Es reichte von der Zahnbürste, über Hosenträger und Knöpfe bis hin zur Ausgehkleidung. Der Geschäftseintrag in den Stadtregistern lautete „Levi Strauss & Co. Importeur, Makler, Bekleidung & Kurzwaren“. Das junge Unternehmen florierte. Nach mehreren Standortverlagerungen aufgrund von Geschäftsvergrößerungen ließ sich das Handelshaus 1867 schließlich in der Battery Street 14 & 16 nieder, wo auch heute noch der Sitz der Konzernzentrale ist. Levi hatte seine persönliche Goldader gefunden. Nicht Goldnuggets, sondern sein Handelshaus machte ihn zu einem reichen Mann.

1872 erhielt Levi einen Brief von Jacob Davis, einem Schneider aus Reno, Nevada. Davis kaufte regelmäßig Tuchballen von Levi Strauss & Co..
In seinem Brief beschrieb er Levi die Art und Weise, wie er es schaffte, besonders strapazierfähige Hosen für seine Kunden anzufertigen. Er verstärkte die belasteten Stellen, wie z. B. die Ecken der Taschen und das untere Ende des Hosenlatzes, mit Metallnieten. Ihm fehlten allerdings die Geldmittel, um seine Erfindung patentieren zu lassen. So schlug er Levi vor, die Patentierung zu finanzieren und sich das Patent gemeinsam ausstellen zu lassen. Levi war einverstanden und so erhielten beide das Patent am 20.Mai 1873. Die Jeans war hiermit geboren.

Für die vernieteten „Waist Overalls“ (so bezeichnete man Jeans ursprünglich) gab es eine reißende Nachfrage. Deshalb ließ Levi Jacob Davis nach San Francisco kommen, um die Fertigung der neuen Beinkleider zu beaufsichtigen. Die beiden Männer beschlossen, ihre Hosen aus einem robusten Baumwollstoff zu schneidern, der bald in Anlehnung an seinen französischen Ursprungsort Nimes „Denim“ genannt wurde. Levi Strauss und Jacob Davis bezogen ihr Rohmaterial allerdings zunächst von einer Weberei in New Hampshire, ab 1915 dann von einer Firma in North Carolina. Anfangs beaufsichtigte Davis den Zuschnitt des Stoffs und dessen Weiterleitung an Näherinnen, die in Heimarbeit Hosen fertigten. Doch wegen der starken Nachfrage nach den „Overalls“ konnte dieses Produktionssystem nicht lange aufrecht erhalten werden und Levi Strauss & Co. eröffnete zwei Fabriken in San Francisco. Der Vorsteher der Firmen war Jakob Davis, da Levi sein angestammtes Handelshaus weiterführte.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zog sich Levi vom Tagesgeschäft zurück und wandte sich anderen Interessen zu. Er überließ es seinen vier Neffen, den Söhnen von Fanny, die Firma zu führen. Im Jahre 1890 ließen Levi und die Gebrüder Stern die Firma als Kapitalgesellschaft registrieren. Zu dieser Zeit hatte der 61jährige Handelsmann sich allerdings bereits anderen geschäftlichen und philanthropischen Interessen zugewandt.

Levi war beispielsweise Gründungsmitglied und seit 1877 Schatzmeister der Handelskammer von San Francisco. Er war Direktor der Nevada Bank, der „Liverpool, London and Globe Insurance Company“ und der „San Francisco Gas and Electric Company“. Er unterstützte finanziell ein jüdisches Waisenhaus am Pazifik sowie die gemeinnützige „Eureka Benevolent Society“ und das „Hebrew Board of Relief“. 1897 stellte er zudem Geldmittel für 28 Stipendien an der University of California in Berkeley bereit. Am 26. September 1902 starb Levi Strauss in seinem Haus in San Francisco. Sein Tod machte Schlagzeilen. Die Sonntagsausgabe des San Francisco Call (28.09.1902) würdigte Levi als bedeutendes Mitglied der städtischen Gesellschaft, das sich sowohl aufgrund seiner Fairness und Loyalität in Geschäftsbeziehungen als auch durch Großzügigkeit gegenüber seinen Angestellten hervorgetan hatte. Am Tag der Beerdigung waren in San Francisco viele Geschäfte vorübergehend geschlossen, weil die Inhaber an der Trauerfeier teilnehmen wollten. Levi Strauss wurde auf dem Friedhof „Hills of Eternity“ in Colma südlich von San Francisco beigesetzt. Er hinterließ den Konzern seinen vier Neffen. In seinem Testament bedachte er außerdem mehrere Stiftungen und Schenkungen.

Am 18.April 1906 traf den Konzern ein anderer schwerer Schicksalsschlag. Weite Teile von San Francisco wurden an diesem Tag durch ein Erdbeben und nachfolgende Brände verwüstet. Unter den zerstörten Häusern befanden sich auch die Konzerngebäude. Das Erdbeben war zwar ein großer Rückschlag, nicht aber das Ende des Unternehmens. Wie es Levi Strauss zweifellos auch getan hätte, entwickelten die Gebrüder Stern Pläne für eine neue Fabrik. Sie nahmen jedoch nicht nur den Neuaufbau des Betriebs in Angriff, sie bezahlten während der gesamten Zeit ihre Angestellten weiter und räumten außerdem weniger glücklichen Geschäftspartnern längerfristige Kredite ein, damit auch sie wieder auf die Beine kommen konnten. Den Siegeszug der Jeans konnte das Erdbeben letztlich nicht aufhalten.

Das Buttenheimer Levi Strauss Museum

Ein zunächst unauffälliger Brief war Initialzünder für die Museumsgründung: eine Dame aus Milwaukee wandte sich im Frühjahr 1983 an den damaligen Buttenheimer Bürgermeister, weil sie für ein „German Fest“ einige Informationen über den Geburtsort von Levi Strauss benötigte. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Wurzeln der Familie Strauss im fränkischen Bad Windsheim vermutet. Intensive Nachforschungen im Geburtsmatrikel der Buttenheimer Judengemeinde und eine Auswanderungsurkunde aus dem Staatsarchiv Bamberg belegten schließlich die Erkenntnis: Levi Strauss kommt aus Buttenheim.

Gleichzeitig stellte sich heraus, dass das Geburtshaus des Jeans-Erfinders noch existierte. Daraufhin beschloss der Gemeinderat im Herbst 1987, das denkmalgeschützte Fachwerkhaus aus dem Jahre 1687, das eines der ältesten Gebäude Buttenheims ist, zu erwerben. Die Idee, der Welt von Indigo und Denim ein Museum zu widmen, nahm Gestalt an. Durch eine mehrere Jahre dauernde, aufwändige Restaurierung wurde das Geburtshaus des Levi Strauss so originalgetreu wie möglich wieder hergestellt und ein Museum eingerichtet.

Ein Museum für den Erfinder der Jeans

Im Geburtshaus Levi Strauss – Museum Jeans und Kult, das im September 2000 seine Pforten öffnete, dreht sich alles um die wohl berühmteste Hose der Menschheitsgeschichte. Anhand der Biographie ihres Erfinders bekommen die Besucher Einblicke in jüdisches Leben auf dem Land, in die Auswandererwelt, in die Anfänge der Textilindustrie und in das Phänomen zeitloser Begeisterung für ein Kleidungsstück. Mit Filmen, Tondokumenten, bewegten Grafiken, umfangreichem Bildmaterial und nicht zuletzt einer Sammlung verschiedenster historischer Stücke aus dem blauen Baumwollstoff, wird die Entstehung der Jeans im Levi-Strauss-Museum erlebbar.

Es ist die Geschichte vom Leben und Arbeiten der fränkischen Landjuden des 19. Jahrhunderts, von den Träumen und Hoffnungen der Auswanderer, von der Entwicklung der Textilindustrie und ihren Produktionsmethoden im Wandel der Zeit und es ist die Geschichte des wohl kultigsten Kleidungsstücks aller Zeiten.

Jeans, ob Jacke oder Hose, wurden kunstvoll bestickt, geflickt, absichtlich zerrissen und waren nicht selten begehrtes Tauschmittel. Britische Teenager stürmten nach dem Krieg sogar die Docks, um den Seeleuten der amerikanischen Handelsmarine die Beinkleider sprichwörtlich „vom Leib wegzukaufen“.

Die dauerhaft im Trend liegenden blauen Hosen mit den genieteten Taschen sind kein Kleidungsstück wie jedes andere. Rund um den Globus verkörperten sie immer Lebensgefühl. Die ursprünglichen Goldgräber- und Arbeiterhosen sind ein zeitloses Symbol für Jugend, Individualität und legeren Lebensstil. Im steten Wandel der Modestile behielten sie immer ihre Aktualität. Längst haben sich die grobgewebten Denimhosen und natürlich auch Jacken bzw. Hemden in allen Gesellschaftsschichten als angesagtes Kleidungsstück etabliert. Selbst namhafte Designer und die Hersteller nobler Textilien haben ihre Jeans-Label.

Im restaurierten Geburtshaus von Levi Strauss, das selbst ein bedeutender Teil der Dokumentation ist, treffen sich Neugierige, Sammler, Fachleute und Jeansträger jeden Alters. Mit Hilfe von Audioführungen in verschiedenen Sprachen lässt sich Jeans-Geschichte hautnah, lebendig und vor allem unterhaltsam erleben.

Adresse: Marktstr. 33, 96155 Buttenheim

Website: http://levi-strauss-museum.de/