Die 470 Meilen, das sind 756 km, zwischen Los Angeles und San Francisco sind das meistbefahrene Stück der eigentlich noch weiterführenden Route.

Karte des Highway-1 in Kalifornien
Karte des Highway-1 in Kalifornien

Die Route in Kurzform Der Highway 1, das ist der Abschnitt, der der Küste folgt, vereint sich immer wieder einmal mit dem Highway 101 auf seinem Weg, der südlich von Leggett in Nordkalifornien beginnt. VOn Legget geht es über Mendocino nach San Francisco. Von dort über Monterey und San Louis Obispo nach Lompoc, Santa Barbara und Los Angeles. Sein letztes Teilstück hat er dann nördlich von San Clemente, wo er auf den Highway I-5 trifft.

Im Strassenatlas wird die Panoramastrasse ‚California 1‘ genannt; klassisch wird sie aber meistens als Highway Number 1 oder Pacific Coast Highway bezeichnet. Letztes drückt auch aus, was er ist: eine Küstenstrasse am Pacific und jeder, der sie einmal bei schönem Wetter gefahren ist, weiss, dass „Küstenstrasse am Pacific“ nicht annähernd das ausdrückt, was man einem an Emotionen beim „erfahren“ der Strasse begegnet. Richtung Wer sich die Route einmal anschauen möchte, der wird sich überlegen, ob Nord-Süd oder umgekehrt der bessere Weg ist. Wir würden Süd-Nord vorschlagen, weil San Francisco als Stadt vom Ambiente her die richtige und passende Endstation bildet, aber entscheiden Sie selbst.

Karte des Highway-1 in Kalifornien
Karte des Highway-1 in Kalifornien

Fahrzeit

Kein Zweifel, man kann das Ganze in einem Tag ‚abhaken‘ – aber schliesslich ist der Weg das Ziel und wer „rasen“ will, ist besser auf anderen Highway’s aufgehoben. Es wird zur Sommerzeit ohnehin sehr schwer werden schnell zu fahren, denn ungezählte Wohnmobile und „sightseeing people“ werden dem Schnellfahrer den Spass nehmen. Wer in einem Tag fahren will, kommt zudem abends in San Francisco oder L.A. an und wird kaum Momente zum Ausspannen finden.

Zwischen San Simeon (ungefähr Hearst Castle) und Monterey ist die Strasse extrem kurvenreich und man wird ohnehin viel Zeit dafür brauchen. Also empfehlen wir irgendetwas zwischen 2 und 5 Tagen – je nach Zeit und Gemütlichkeit des Reisenden.

Highway Nr.1 – Abschnitt: Los Angeles, Malibu, Santa Barbara, Lompoc

Malibu
Malibu

Es geht Richtung Malibu.

Hier ist Gelegenheit, sich im Prominentenort umzuschauen oder die insgesamt 27 mi Strand zu begutachten. Aber Malibu ist schnell wieder vergessen und es geht Richtung Santa Barbara, was weitaus exklusiver und mit mehr prominenten Namen in Verbindung zu bringen ist. Nach vielleicht 2 Stunden oder mehr hat man die 100 mi hinter sich gebracht.

Santa Barbara
Santa Barbara

Santa Barbara

Santa Barbara hat seinen Ruf, teuer, exklusiv, sauber und natürlich touristisch zu sein, nicht umsonst, das wird klar, wenn man erstmal aussteigt. Wer Zeit und Geld mitbringt, kann sich einmal in den gehobenen Geschäften umsehen.
Mindestens so ordentlich ist auch die „Queen of the Missions“: die 1786 als 10te erbaute spanische Mission der insgesamt 21 in California. Ihr richtiger Name ist „Mission Santa Barbara“.

Eine weitere Attraktion ist der angeblich grösste Feigenbaum der Welt, der bei der Chapala und Montecito Street steht. Heute ist er ins Register der grössten kalifornischen Bäume eingetragen und hat einen Umfang von mehr als 12m bei einer Höhe von 24m.
Ein Seemann, der 1876 aus der Morton Bay in Australien zurückkehrte, soll den Baum als Setzling seiner Geliebten mitgebracht haben und in ihrem Garten angepflanzt haben. Nachdem Sie wegzog, hat ihn der Nachbesitzer des Hauses an die jetzige Stelle verpflanzt.

Lompoc

Wenn man nun weiter nordwärts fährt, hat man es gleich wieder mit einem Superlativ der botanischen Szene zu tun:
Lompoc heisst der kleine Ort und ist „Blumensamen Hauptstadt der Welt“, denn die meisten Blumensamen der Welt stammen hierher.
Dies wird auch gar nicht verheimlicht, denn wer im Sommer hier des Weges kommt, wird in einem wahren Blumenmeer versinken.
Viele Häuser des Ortes sind ebenfalls mit Schmuckbildern verziert.

„La Purisma Conception Maria Santisima“ ist die spanische Mission, die man ganz in der Nähe besichtigen kann. Sie wurde nach der Mission Santa Barbara als 11te im Jahre 1787 erbaut. Hervorragend restauriert und erhalten liegt sie in einer 40.000qm Parkanlage, die zum Ausruhen einlädt.

Filmkulisse und Naturschutzgebiet zugleich sind die Guadalupe-Nipomo Dunes mit den mehr als 150 m hohen Dünen. Damit gehören sie zu den grössten im Land und erstrecken sich über mehr als 6km entlang der Küste bei dem Ort Guadalupe.

Highway Nr.1 – Abschnitt: Pismo – San Louis Obispo – Morro Bay

Pismo

ist der nächste sehenswerte Stop, den man einplanen sollte:
An 32km Strand kann man sich erholen, Kanu fahren oder reiten. Wer Hunger bekommt, sollte einmal Clam Chowder Soup oder Clams in irgend einer anderen Variation probieren, denn Pismo war einst eine Berühmtheit dafür – heute sind die Fänge nicht mehr der Rede wert oder die Clams zu klein.

Pismo ist relaxed und noch nicht versnobbt. Man sollte nicht zu früh hier sein, denn wie an der gesamten Küste muss man morgens immer mit Nebel rechnen. Ab 10, 11 Uhr sollte der dann so langsam verschwinden.

San Louis Obispo

Weiter geht’s von Pismo nach San Louis Obispo. Hier ist wieder ein Halt für einen weiteren Besuch einer spanischen Mission. Es ist die „Mission San Louis Obispo de Tolosa“, die als 5te im Jahre 1772 gebaut wurde. Das San Louis Lighthouse Hotel „Tip San Louis Obispo“.
Das Madonna Inn ist ein Themen-Hotel und jedes der über 100 Zimmer hat eine andere Dekoration: von Rock’n Roll bis Blumenzimmer. Ansonsten ist San Louis Obispo vermutlich nicht so sehr der Hit. Aber weiter im Norden wird’s wieder richtig schön…
Wer ein paar Fotos schiessen will, der macht einen Ausflug in den Montana de Oro State Park und begibt sich bis zum Aussichtspunkt mit herrlichem Ausblick hoch über dem Pacific und geniesst die Fahrt durch Eukalyptus-Wälder und landet am Strand. Etwas ausruhen und dann kann es weiter gehen.

Morro Rock
Morro Rock

„Gibraltar des Pacific“ heisst die nächste Station: Morro Bay

Den riesigen 175m hohen Felsen -einst ein Vulkan- mitten im Hafen kann man nicht übersehen und wer abends hier ankommt und den früheren spanischen Hafen mit der untergehenden Sonne sehen kann, wird sich lange an den kleinen Ort erinnern.
Vorausgesetzt man fühlt sich nicht gestört durch die hunderte oder tausenden Vögeln, die heute auf dem Felsen leben. Darunter etliche vom Aussterben bedrohte Arten. Leider ist das ehemalige verträumte Fischerdorf natürlich nicht mehr ganz das, was es einmal war – eine Spur zuviel Tourismus.

Besuchenswert ist hier aber auch das Morro Bay Aquarium, das ein Rehabilitations Center für gestrandete oder kranke Meeres-Säugetiere unterhält. Für Kinder: Seehunde füttern ist möglich.

Highway Nr. 1, Abschnitt: Cambria – Piedras Blancas – Big Sur – Carmel

Cambria

Kleine Läden, Restaurants laden zum Verweilen ein. Ein Abstecher zum Moonstone Beach (man fährt vom Highway 1 kurz weg) lohnt sich auch für einen Sonnenuntergang oder einfach nur, um sich die Füsse zu vertreten auf einem Weg entlang der Dünen.
Gerade angenehm, bevor man dann nach San Simeon und somit zum Pflicht-Stop, dem Hearst Castle kommt.

Piedras Blancas Elephant Seal Point
Piedras Blancas Elephant Seal Point

Piedras Blancas Elephant Seal View Point

Bei San Simeon, kurz bevor man Hearst Castle erreicht, liegt dieser Aussichtspunkt, der einem erlaubt ganz nah an die Elephant Seals Kolonie heranzukommen.

GPS Koordinaten ca. N35 39.36 W121 15.85

Bei Abenddämmerung herrscht eine besonders schöne Atmosphäre, denn man hat im Hintergrund noch das piedras Blancas Lighthouse (nördlich von Ihrem Standpunkt aus).

Hearst Castle

An der „1“ ist ein Besucherparkplatz, von wo aus mit einem Bus-Shuttle zum Schloss gefahren wird. Hearst Castle heisst es, weil es dem Zeitungs-Verleger William Randolph Hearst einst gehörte. Das Haupthaus hat 115 Zimmer, 50 weitere Zimmer sind auf drei Gästehäuser verteilt – zusammen 165 Zimmer.

Das Schloss liegt auf einem ca. 500 m höhen Berg namens ‚La Cuesta Encantada‘ – der verzauberte Berg. Das Grundstück mit Gärten, Terrassen, Pools, Wegen umfasst ca. 500.000qm. 1919 begann Hearst das Schloss -er selbst bezeichnete es immer als ‚die Ranch‘ – zu bauen, 1947 beendete er das Projekt unfertig und verstarb 1951.

Big Sur

Nach diesem Stop geht es zum vielleicht eindrucksvollsten Abschnitt des California Number 1: entlang der sogenannten „Big Sur“ Küste mit der Steilküste im Westen und den bis zu 1.500 m hohen Santa Lucia Mountains im Osten. Big Sur Coast, ein Teil Highway 1 Erlebnis, das ca. 90 mi bis südlich von Carmel in der Monterey Bay weitergeht. Gleich am Beginn, ca. 6 mi nach San Simeon kurz vor dem Leuchtturm ist ein Parkplatz auf der Seite vom Meer, also Westen: dort kann man sich die erste Impression von dem holen, was einen erwartet. Anhalten und den Fussweg Richtung Meer gehen. Wenn Sie Glück haben, finden Sie gerade ein Kolonie von Seehunden hier am Strand vor sich „hindösen“.

Später dann verpassen Sie bitte auch nicht „Pfeiffer Beach“, ein kleiner aber malerischer Strand. Abends ideal, um einen Sonnenuntergang zu beobachten. Er ist bei Anwohnern bekannt, von Touristen wird er aber nicht immer gefunden. Es führt eine befestigte Strasse (Sycamore Canyon Rd.) dorthin (von der US 1 weg), die ca. 2 mi lang ist und schwer zu sehen ist vom Highway aus. Sie liegt westlich zwischen dem Postamt von Big Sur und dem Pfeiffer Big Sur State Park. Der Weg ist befestigt aber schmal und nicht für grössere Wohnmobile geeignet. Ein Parkplatz befindet sich am Ende der Strasse. Übernachten ist am Beach nicht erlaubt.

Carmel

Bei Carmel ist wieder Halt angesagt. Erstens vielleicht zum Essen und die Residenzen von etlichen Persönlichkeiten zu betrachten, dann evtl. auch, um eine der bekanntesten Missionen zu besuchen, die Basilica San Carlos Borromeo del Rio Carmelo, die 1771 gebaut wurde. Hier ist auch die letzte Ruhestätte von Pater Junipero Serra, der die Missionen an der Küste ins Leben rief.

Highway Nr. 1, Abschnitt: 17 Miles Drive nach Monterey – Castroville – Santa Cruz – San Francisco

Monterey 17-mi Drive
Monterey 17-mi Drive

Monterey Halbinsel

Die südlich von San Francisco gelegene Halbinsel hat im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen durchlebt. Bereits 1542 zum ersten Mal durch den spanischen Entdecker Juan R. Cabrillo entdeckt, dauerte es bis 1770 das eine erste spanische Mission durch den Franziskaner Priester Junipero Serra und den spanischen Governeur Gaspar de Portolar erbaut wurde.
Erst wurde bis ca. 1880 der Walfang als die Industrie der Region aufgebaut, dann folgte eine kurze Phase des Tourismus, die um 1920 durch Sardinenfang abgelöst wurde.
Heute ist die Monterey Halbinsel keine Fischerei-Basis mehr, vielmehr ist sie bekannt durch ihre Orte Monterey und Carmel, Wohn- und Ruhesitz verschiedener Prominenz.
Die Halbinsel bietet jede Menge aufregende Küstenabschnitte, Wanderwege durch Wälder und über Hügel, einen Jachthafen und Golf.

Die Stadt Monterey liegt am SR 1 (Highway 1) am nordöstlichen Eck der Halbinsel und ist ca. 200 km (125 mi) von San Francisco entfernt. Die kleine Stadt mit ca. 32.000 Einwohnern ist vielen Golfern durch die schönen Golf Courses bekannt.
Das Monterey Aquarium ist eines der bedeutendsten in den USA und ist in der Adresse 886 Cannery Row zu finden. Kleine Restaurants am Wasser sind ebenfalls in der Nähe.

17-mi-Drive

Eine Fahrt entlang der Monterey Halbinsel Küste zwischen Carmel, Pacific Grove und Monterey. Diese Rundfahrt ist eigentlich ein Muss für alle Besucher. Der Abschnitt der Strecke, der an der Küste mit spektakulären Aussichten entlang führt, ist kostenpflichtig (ca. $10) aber seinen Preis wert. Sie bekommen eine Landkarte mit den eingezeichneten und erklärten Aussichtspunkten.

Carmel-by-the-Sea
Carmel-by-the-Sea

Carmel-by-the-Sea
Carmel, die kleine Stadt, die dafür bekannt ist, dass sich hier ehemalige Hollywood Grössen zur Ruhe gesetzt haben. Die am meisten besuchte Sehenswürdigkeit ist die Spanische Mission „Basilica San Carlos Borromeo del Rio Carmelo“, die 1771 erbaut wurde. Father Junipero Serra, der alle Missions in Südkalifornien ins Leben rief, hat hier seine letzte Ruhe gefunden.
Neon Reklame, Billboards und Hot Dog Stände sind in Carmel nicht erlaubt, um seinen Charme zu erhalten. Clint Eastwood, der hier lebt, ist Teilhaber an der Mission Ranch, einem kleinen Hotel und Restaurant in der Nähe von Downtown Carmel. Ebenso ist er Teilhaber etlicher Golfanlagen, Pensionen, dem 17-Mile-Drive und es gehört ihm so einiges an Land. Clint Eastwood ist ebenso politisch und sozial stark engagiert in Carmel.

Cypress-Inn in Carmel-by-the Sea
Cypress-Inn in Carmel-by-the Sea

Das Bed & Breakfast „Cypress Inn“ in der 7th Ave Ecke Lincoln wurde von Doris Day gegründet und ist immer einen Besuch wert, auch wenn Sie dort nicht wohnen. Es hat eine kleine Expresso Bar und eine Gartenterrasse zum Sitzen. Übrigens: natürlich ist dieses Hotel Hunde-freundlich und Ihr Vierbeiner ist immer willkommen. Nicht nur Doris Day ist stark im Tierschutz engagiert, sondern der ganze Ort zählt zu den tierfreundlichsten in den USA. Brian Smith von den Beach Boys, Joan Fontaine, Merv Griffin, Alan Funt, Kim Novak, Betty White, John Travolta, Timothy Bottoms, Ted Turner, Sammy Hagar, Michael Tucker und Jill Eikenberry haben hier entweder gewohnt oder tun es immer noch.
Web: https://cypress-inn.com/

Pacific Grove
Ein Fussweg führt kilometerlang entlang der wunderbaren und eindrucksvollen Küste von Pacific Grove. Der kleine Ort hat sich seinen Flair bewahrt und besticht durch Ruhe und Einfachheit.

Point Pinos Lighthouse
Es ist das älteste durchgehend funktionstüchtige Lighthouse der Westküste. Point Pinos ist seit 1. Februar 1855 im Einsatz – das Alcatraz Island Lighthouse wurde zwar 8 Monate eher in Betrieb genommen aber dann 1909 während des Ausbaus des Gefängnisses ersetzt.

Santa Cruz

Wer dies nicht will, fährt gleich weiter über Castroville, die „Artischocken Hauptstadt“ , nach Santa Cruz, was ein wenig an New Yorks Coney Island mit seinem Vergnügungspark Charakter erinnert. Die Fahrgeschäfte haben sogar historischen Wert. Der 1924 gebaute Roller Coaster (Achterbahn) und das Loof Caroussel aus dem Jahre 1911. Im Mark Abbott Memorial Lighthouse (West Cliff Drive, Tel. 831-420-6289) kann man sich über die Geschichte des Surfens informieren.

San Francisco

Dann von hier ist es nur noch ein Katzensprung und wir sind in San Francisco angelangt, der faszinierenden Metropole in Nord Kalifornien. Wer kurz vorher nochmal Lust auf Strand und Baden in kleinen Buchten bekommt, macht zwischen Santa Cruz und Half Moon Bay einen Stop. Verschiedene Strände, meistens ist man alleine, laden dazu ein. Dann in San Francisco ist es mit der Ruhe aus und eines der besten Großstadterlebnisse kann beginnen. Mehr in unserem Artikel: San Francisco – was man gesehen haben sollte

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