Indian Summer in den Neuengland Staaten

Herbstblätter -- Indian Summer
Herbstblätter — Indian Summer

Der Indian Summer bezeichnet allgemein gesprochen eine herbstliche Jahreszeit, in der die Temperaturen wärmer und freundlicher als ’normal‘ sind und sich ein besonderes Farbenspiel der Blätter an den Bäumen vollzieht.
In Europa wir in diesem Zusammenhang auch von einem ‚Altweibersommer‘ gesprochen.

Die Hauptassoziation mit dem Begriff ‚Indian Summer‘ in den Vereinigten Staaten sind die Neuengland Staaten (Connecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, Rhode Island und Vermont).
Dies sind jedoch nicht die einzigen Staaten, die einen solchen Herbst erleben.

Grob ausgedrückt betrachten wir einen Bereich, der von den mittleren Atlantikstaaten hoch bis Neuengland bzw. Kanada geht, dann Richtung Westen schauend ein Bereich Ohio’s (Ohio Tal), die Grossen Seen, der Mittlere Westen und die Great Plains Staaten. Das ist jede Menge aber wenn man betrachtet, dass wir im Prinzip von einer Klimaveränderung während des Herbstes sprechen, bevor es auf den Winter zugeht, dann liegt es nahe, dass die Staaten, die einen Winter haben und Laubwald, bei passenden Luftströmungen auch einen ‚Indian Summer‘ erleben können.

Wann spricht man vom Indian Summer?

Es geht vor allem um die Intensität der Laubverfärbung und das ist das beeindruckende Moment. Eine normale Braun oder ansatzweise Rot-Färbung macht noch keinen Indian Summer. Die Baumarten im Zusammenspiel mit den Wetterbedingungen im Spätsommer machen einen Indian Summer aus – wenn dieses Zusammenspiel nicht richtig funktioniert, dann kann der Indian Summer schon einmal ausfallen!

Die Neuengland Staaten erzielen durch die Zusammensetzung Ihrer Laubwälder eine besonders starke Rotfärbung des Laubes, hervorgerufen durch Bäume wie die Red Maple, die Mountain Maple und die Sugar Maple sowie Black (Red, Scarlet, White) Oak, Hornbeam, Sumac and Tupelo.

Wann tritt der Indian Summer ein?

Der (optimale) Indian Summer tritt Ende September bis Mitte Oktober auf, meistens nach einer ersten kurzen Frostperiode. Andere sprechen davon, dass es kein Frost sein darf, sondern lediglich kalte Nächte mit folgenden sonnigen, warmen Tagen. Ein verregneter Sommer, der dem Herbst vorausging, sorgt für eine intensivere Verfärbung der Blätter, denn die Bäume haben dadurch eine ’stressfreie‘ Sommerperiode und entfalten im Herbst ein schöneres Farbenspektrum.

Die Verfärbung der Blätter und der sogenannte Peak Point, d.h. der maximale Einfärbungsgrad der Blätter ist ein nur kurzer Moment, der nach einem oder wenigen Tagen bereits wieder abklingt. Der Peak Point ist weiter im Norden eher und zieht dann hinunter in die südlicher gelegenen Staaten.

Wer also den Indian Summer ‚voll‘ erleben will, MUSS den Peak Point treffen!

Indian Summer – Wie entstand der Name?

Im Zusammenhang mit dem freundlichen Herbstwetter und der Laubverfärbung wurde der Begriff erstmalig 1778 in einem Schriftstück referenziert, als der Franzose St. John de Crevecoeur das Phänomen in einem Brief beschrieb.

Allerdings kann er nicht der Erfinder des Begriffs gewesen sein, da er nur davon sprach, dass ‚man‘ diese Jahreszeit so nenne.

Also woher kommt der Begriff dann?

Eine Erklärung für den Begriff kommt aus Indianischen Überlieferungen.
Die Jahreszeit war die Haupt Jagdzeit für verschiedene Tiere (die auch gerade durch das milde Wetter veranlasst waren, nochmals vor dem Winter zu grasen und Reserven zu bilden).
Das Rot des Laubes war ’so rot wie das Blut‘ der zu erlegenden Tiere…

Aber auch die Theorie, dass dies ein Begriff ist, der von Seefahrern geprägt wurde, die Ihre Schiffe in dieser Jahreszeit beluden, da es die Zeit des ruhigeren Wetters für die Fahrt in Richtung Indischer Ozean war, ist einleuchtend.

Tatsächlich trugen etliche Schiffe die Initialen I.S. im Ladebereich – ob sie für Indian Summer standen, konnte nicht wirklich geklärt werden.

Auf jeden Fall lässt sich das Phänomen ‚Indian Summer‘ gerade in den Neu-England Staaten sehr schön beobachten und die Zeit initiiert einen regelrechten ‚Laub‘-Tourismus. Weniger Laub-Tourismus, doch ähnlich schöne Ansichten lassen sich in einigen Rocky Mountain Staaten beobachten.

Webseiten der einzelnen Staaten mit Stand des Indian Summers

MAINE: www.maine.gov/dacf/mfs/projects/fall_foliage/

MASSACHUSETTS: www.massvacation.com/explore/seasons/fall-foliage/

CONNECTICUT: www.depdata.ct.gov/forestry/foliage/foliagemap.htm

NEW HAMPHIRE: www.visitnh.gov/foliage-tracker

VERMONT: www.vermontvacation.com/Fall.aspx sowie: www.vermontvacation.com/landing-pages/recreation/foliage/foliage-forecaster

NEW YORK STATE: www.iloveny.com/things-to-do/fall/foliage-report/