Schlittenhund
Schlittenhund

Neun Tage durch die eisige Tundra — Termin 2. März 2019

In Anchorage startet Anfang März das berühmteste und härteste Hundeschlittenrennen der Welt, der Iditarod. Neun Tage benötigen die besten Musher mit ihren Hundeschlittenteams für die rund 1800 Kilometer lange, mörderische Strecke von Anchorage bis nach Nome an der Beringsee. Mit am Start ist der Schweizer Martin Buser.

Man nennt es „The Last Great Race”: Das Iditarod-Hundeschlittenrennen ist in der Tat eine der größten Herausforderungen für Tier und Mensch an Kondition und Durchhaltevermögen. Jedes Jahr am ersten März-Wochenende machen sich die Hundeschlittenteams mit je zwölf bis 16 Hunden von Anchorage auf ihren langen Weg durch die eisige Wildnis Alaskas, kämpfen gegen Kälte, Stürme, Müdigkeit und Halluzinationen. Nach rund 1800 Kilometer durch gebirgiges Gelände, zugefrorene Flüsse, dichte Wälder, unermesslich weite Tundra und vereiste Küstengebiete erreichen sie das Ziel in Nome.

Mitten in Anchorage findet der sogenannte Ceremonial Start statt. Ca. 75 Hundeschlittenteams gehen an den Start, ca. 20 Prozent der Musher sind Frauen. Auf der mit Schnee präparierten 4th Avenue starten die Musher und ihre Hunde in Richtung Eagle River. Der Event lockt Zuschauer in Massen an, zumal der Iditarod-Start immer mit dem Fur Rendezvous, Anchorages großem Winterkarneval, zusammenfällt. Die Hundeteams werden anschließend nach Wasilla gebracht, wo tags darauf das eigentliche Rennen gestartet wird.

Das Iditarod-Rennen geht auf ein tragisches Ereignis zurück: 1925 wurde unter den Einwohnern des Orts Nome an der Beringstraße – vorwiegend Goldsucher –  Diphtherie diagnostiziert. Es begann ein Wettlauf gegen die Zeit, um die benötigte Medizin von Anchorage in den Norden zu schaffen. In einem Staffellauf transportierten insgesamt 20 Musher mit über 100 Hunden das Serum ans Beringmeer. Der Norweger Gunnar Kaasen und sein Leithund Balto erreichten am 2. Februar 1925 das Serum und rettete viele Leben.

Das Iditarod Rennen

Es geht hier nicht um irgendein Hundeschlittenrennen – es geht um DAS Rennen überhaupt: Iditarod.
Das Iditarod ist eine legendäre Reise durch gefrorenes Land, Wildnis und Gebirgszüge, Eismeere und Winden jenseits des Vorstellungsvermögens, 1.161 Meilen Schnee und eisige Kälte – der Name steht für Strapazen, zu denen sich freiwillig die Musher, so werden die Hundeschlittenführer genannt, aus aller Welt hier treffen.
Beim ersten Rennen 1973 wurde der Initiator als verrückt eingestuft, ein solches Rennen zu veranstalten. Von 34 startenden Teams kamen immerhin 22 ins Ziel – daher ist das Wort Strapazen noch geschmeichelt.
In 1973 kam der erste Iditarod Gewinner in nur 20 Tagen ins Ziel. In 1995 hat es der Gewinner in nur 9Tagen geschafft.

Im Jahr 1925 hetzten 19 Mushers von Anchorage nach Nome – mit Medizin im Gepäck, um die Stadt von einer Diphtherie-Epidemie zu bewahren. Dieses Ereignis diente als eine Inspiration für das Iditarod Rennen.

In Anchorage findet die offizielle Eröffnungsfeier statt und die Hundegespanne mit 12-16 Hunden setzen ihre ersten Schritte von der 4th Avenue / „D“ Street aus in Richtung Eagle River und anschliessend Wasilla, wo der eigentliche offizielle Startpunkt ist. Von dort aus geht es dann nach Nome im Nordwesten des Staates.

Iditarod Routen

2 Routen beim Iditarod Rennen

Es gibt die Südroute und die Nordroute. Welche im Rennen gefahren wird, entscheidet die Jahreszahl: In ungeraden Jahren ist es die Südroute, im Jahr darauf die Nordroute, die 1.151 Meilen und damit 10 Meilen kürzer als die Südroute ist.
1.049 Meilen, wie man vielfach liest, sind es nie. Hierbei handelt es sich nur um eine symbolische Zahl, die aussagt, dass es immer über 1.000 Meilen sind. Die 49 wurde nochmal hinzuaddiert, da Alaska der 49. Staat ist.

Der Iditarod beginnt immer am ersten Samstag im März in Anchorage, Alaska, und endet dann in Nome, Alaska.
Die beiden Routen weichen auf dem mittleren Stück voneinander ab. Bei Takotna trennen sich die Routen und ab Kaltag ist es wieder der gleiche Trail bis weiter nach Nome.

Der Name Iditarod wurde vom Fluss ‚Hihehod‘, wie ihn die Ingalik Indianer nannten, abgeleitet. Als Iditarod Trail wurde Ende des 19. Jh. ein Handelsweg von der Küste ins Landesinnere, wo inzwischen nach Gold gesucht wurde, genannt. Iditarod war ebenfalls eine Minenstadt, die heute noch als Ghost-Town einer der Anlaufpunkte des Hundeschlittenrennens ist. Das Rennen hat einen historischen Anlass, denn zu dieser Zeit, als der Iditarod Trail ein Handelsweg war, konnten als einziges Fortbewegungsmittel Hundeschlitten eingesetzt werden. 1925 dann schliesslich wurde in Nome, was heute auch Endstation des Rennens ist, dringend ärztliche Hilfe aufgrund einer Epidemie benötigt. Flugzeuge konnten aufgrund Wartungsarbeiten nicht eingesetzt werden und so mussten wieder Hundeschlitten den Transport der Medikamente übernehmen. Nach 8 Tagen erreichten die Retter Nome und konnten die Epidemie eindämmen.

Dieses Ereignis wurde 1967 wiederbelebt und in Erinnerung gerufen, als Joe Redington und Dorothy Page ein 56 Meilen Rennen ins Leben riefen.

Eine durchschnittliche Tagestrecke sind 125 Meilen pro Tag — die Hunde verbrauchen ungefähr 8,000 Kalorien dabei. Das Futter ist eine Mischung aus kommerziellem Hundefutter, vermischt mit Rindfleisch. Mit Flugzeugen wird das Futter an die Checkpoints der Route geflogen.

Dort stehen ebenfalls jeweils 2 Tierärzte bereit, die die Hunde auf Verletzungen und Krankheits-Symptome hin untersuchen. Hunde mit medizinischen Problemen werden aus dem Rennen genommen und mit dem Flugzeug nach Anchorage geschickt, wo sie die bessere medizinische Versorgung erfahren.

An Temperaturen unter dem Gefrierpunkt werden die Huskys von Kindesbeinen gewöhnt – deshalb fühlen sie sich auch bei Plusgraden nicht mehr wohl.

Mushers arbeiten mit verbalen Kommandos, um ihren Hunde die Befehle zu erteilen „Gee“ bedeutet ’nach links‘ und „Haw“ ’nach rechts‘. „Mush“ bedeutet ’schneller‘ und „easy oder „stop“, dass sie ’stehen bleiben‘ sollen.

1973 fand dann das erste Iditarod Rennen in der heutigen Form statt: Anchorage-Nome. Offizieller Start ist auch heute noch in Wasilla, zu Ehren von Dorothy Page, die aus diesem Ort stammte.

Huskys sind gegenüber Wasser ängstlich, eine gute Sache!

Denn eine Begegnung mit Wasser bei weit unter Null Temperaturen könnte eine Katastrophe für einen Musher und sein Team bedeuten. Wasser ist im übrigen eines der gefährlichsten Elemente auf der Idatarod Route.

Website (englisch): https://iditarod.com/

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