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Mittwoch, 05. Oktober, 2022
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Heinz Ketchup

Henry John HEINZ (der HEINZ Ketchup Erfinder)

Die Gründung
Henry John Heinz wurde 1844 in der Stahl- und Industriestadt Pittsburgh, Pennsylvania, geboren. In ihm ruhte ein Verkäufertalent und bereits im Alter von 12 Jahren begann er überschüssiges Gemüse aus dem heimischen Garten zu verkaufen. Neben seiner Ausbildung am ‚Duff’s Mercantile College in Pittsburgh arbeitet Henry John bereits in der Ziegelfabrik seines Vaters, an der er sich 1968 dann zur Hälfte beteiligt.

Allerdings scheinen Ziegel nicht sein Hauptinteresse gewesen zu sein, denn 1869, im Alter von 25 Jahren, machte er mit seinem Freund L.C. Noble das erste eigene Geschäft auf. Es hiess Heinz & Noble und das erste Produkt war geriebener Meerrettich in klarem Glas, um die Reinheit des Produktes besser zeigen zu können. Dieses Geschäft war dann 1875 pleite.

Gleich im Folgejahr 1876 machte Henry John das neue Folgegeschäft auf, diesmal mit seiner Frau Sarah, mit der er seit 1870 verheiratet ist, seinem Bruder John und Cousin Frederick. Der neue Firmenname lautete „F. & J. Heinz Company“ und Henry selbst war der Geschäftsführer. Sie verkauften Gurken, Gewürze und stellten im gleichen Jahr erstmalig ihren Ketchup vor – Heinz Tomato Ketchup erblickt das Licht der Welt also im Jahre 1876!

Alle Produkte erfüllten höchste Qualitätsansprüche, darauf legte Henry den Schwerpunkt. Sein Motto: ‚Qualität ist für ein Produkt, was Charakter für einen Menschen ist“. Seine zweite Devise war, die Arbeiter gut zu behandeln und gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. Diese Kombination brachte ihm den Erfolg. Eine Fabrik wurde am Allegheny River errichtet, die Abfüllung und Produktion war so sauber, dass Henry die Fabrikbesichtung erfand – er wollte zeigen, wie seine Produkte produziert werden. Die Geschäfte liefen und 1888 wurde die Firma umstrukturiert – nun war es die reine Henry John Heinz Firma ‚H.J. Heinz Company‘.

Er sprühte förmlich vor Energie und Gedanken, die sein Business vorantreiben konnten und er verstand es in pionierhafter Weise, Werbung dafür zu machen.

Er begann, den Namen HEINZ auf Billboards drucken zu lassen, in Zeitungen und Zeitschriften zu werben. 1886 erklärte er, nachdem der erste Übersee-Verkauf über die Bühne gegangen war: ‚Unser Geschäftsfeld ist die ganze Welt‘. 1896 erfand er schliesslich den Ausdruck ’57 Varieties‘, zu diesem Zeitpunkt war er ausserdem schon eine Berühmtheit und natürlich mehrfacher Millionär. 1900 hatte er Verkäufer, die in der ganzen Welt Aquise betrieben. Mit Erfolg. Mittlerweile hatte Henry über 200 Produkte auf dem Markt.

Zum Zeitpunkt seines Todes hatte er 25 Fabriken und Tausende an Arbeitskräften.

Die nächsten Generationen Sein Sohn Howard übernahm die Firma und lenkte die Geschicke während der schwierigen Jahre von 1919-1941. Er trat voll in die Fussstapfen seines Vaters und hielt einerseits das Geld zusammen und andererseits dachte er über die Expansion nach – sogar während der grossen Depression. Er fügte der Produktpalette Fertig-Suppen und Baby-Kost hinzu, gleichzeitig wurden Produktionskosten gesenkt und Geld in die Werbung investiert. Gehälter blieben unberührt, dies war genau die Philosophie seines Vaters und 1937 hatte sich das Geschäftsvolumen schliesslich dann verdoppelt.

Bis 1941 leitete Howard die Firma noch und führte etliche Neuerungen ein: z.B. wurde Radiowerbung in der ganzen Welt geschaltet und Chemiker und Agronomen wurden in die Firma aufgenommen, um die Produkte zu optimieren. 1941 übernahm Henry John ‚Jack‘ Heinz II, Enkelsohn vom Gründer, im Alter von 33 Jahren die Firma. Es war die Zeit des zweiten Weltkrieges und viele Frauen zogen in die Fabriken ein, um die Kriegsproduktion aufrecht zu erhalten. Heinz Bohnen gingen in die Geschichte ein. Die Zeit wurde gut überstanden und wie in seiner Familie üblich, steckte Jack nach dem Krieg sofort alle Kräfte in die erneute Expansion des Heinz-Imperiums. Heinz Werbung tauchte erstmalig im Fernsehen auf und neue Proktionsstätten in Holland, Venezuela, Japan und Italien wurden aufgebaut. In Nord-England wurde ‚Kitt Green‘ eröffnet, die rasch Europas grösste Nahrungsmittelherstellungsstätte wurde. 1965 wurde R. Burt Gookin, ein Manager der Heinz Company mit 20 jähriger Erfahrung in diesem Konzern, erstmalig ein Nicht-Familienmitglied, Chef des Konzerns. Sein Schwerpunkt war das Finanzmanagement und er führte einige neue moderne Praktiken ein. Auch wurden unter seiner Regie bereits 1963 StarKist und 1965 Ore-Oda aquiriert.

1969 feierte die Heinz Company 100sten Geburtstag. Seit Mitte der 80er jahre setzt sich Heinz verstärkt für den Umweltschutz ein und neben ökologischer Anbauweise wurde auch die erste voll-recyclebare Plastikflasche präsentiert.

Heute blickt der Heinz Konzern auf 5.700 Produkte, die in über 200 Ländern verkauft werden. 70 Prozent der Einnahmen stammen von Produkten, auf denen nicht Heinz steht!

Heinz Ketchup Print Anzeige (photo: KraftHeinz Company)
Heinz Ketchup Print Anzeige (photo: KraftHeinz Company)

Interessante Fakten

1896 sah Henry John Heinz zufällig in New York das Werbeschild eines Schusters, der „21 styles of Shoes“ anpries. Fasziniert zählte Henry John die Anzahl seiner Produkte durch und kam schon damals auf über 60. Da ihn aber die Zahl 57 magisch anzog, entschloss er sich, auf alle seine Produkte den Slogan „57 Varieties“ zu drucken und verwendete ihn in Zukunft konsequent auf sämtlichen seiner zahlreichen Werbemittel. Bis heute findet sich „57 Varieties“ auf jeder Heinz Ketchup-Flasche.

Das geheime Rezept von Heinz Ketchup Dass Ketchup vor allem aus fruchtigen Tomaten besteht, ist kein Geheimnis. Dennoch ist Fakt, dass nur etwa acht Menschen auf dem Globus das genaue Rezept für Heinz Ketchup kennen und es hüten wie ein Staatsgeheimnis.

Heinz Ketchup als Geheimwaffe in Gourmet-Restaurants Wer hätte das gedacht? Auch in den feinen Küchen der Vier-Sterne-Restaurants wird Ketchup verwendet. Obwohl er auf den Tischen eher nicht zu finden ist. Hier einige Chefkochfavoriten mit Heinz Ketchup: Eine Kombination aus Soyasauce, Ketchup und Honig verfeinert Schweinelendchen. Geriebener Ingwer mit Crème fraîche und Ketchup schmeckt perfekt zu jungen Wachteln.

Die größte Ketchupflasche der Welt Ein Wasserturm in Collinsville, Illinois hat die Form einer Ketchupflasche und misst imposante 56,6 Meter.

Was hat der Heinz Keystone auf der Ketchup-Flasche zu suchen? Keystone nennt man den Stein in einem Bauwerk, ohne den alles zusammenfallen würde, also im wahrsten Sinn des Wortes ein „Schlüsselstein“. Der Keystone auf der Heinz Ketchup-Flasche steht symbolisch für den Staat Pennsylvania, in dem die H.J. Heinz Company gegründet wurde. Pennsylvania wird wegen seiner Lage im Zentrum der USA auch „Keystone“-Staat genannt.

Heinz als moralischer Wächter Der alte Henry John Heinz war überzeugter Antialkoholiker und bekannt dafür, dass er ab und an in Bars und Kneipen ging, um dafür zu sorgen, dass in diesen „zwielichtigen“ Orten keine Heinz Ketchup-Flaschen auf den Tischen standen. Wenn er welche fand, bezahlte er sie beim Wirt und nahm sie mit.

Buchstabier‘ mal Ketchup! Im Lauf der 125+-jährigen Geschichte des Ketchups gibt es die unterschiedlichsten Schreibweisen. Ob Catchup, Cetchup oder Ketchup, gemeint war immer die leckere rote Sauce. Auf dem ersten Heinz Ketchup-Etikett von 1876 stand übrigens die exotische Schreibweise „catsup“.

125 Jahre Heinz Ketchup — eine Zusammenfassung der Geschichte

Pressemeldung: 125 Jahre Heinz Ketchup (erstmals 1876)… zum 150sten erwarten wir eine Geschichte im Jahre 2026…

Ohne Ketchup geht gar nichts, wenn es um Pommes, Burger und Co. geht. Über 97 % der amerikanischen Haushalte sehen rot, wenn er mal nicht auf dem Tisch steht. Dieses Jahr wird das Kultprodukt 125 Jahre alt; Anlass genug, einen Blick zurück zu werfen.

„ketsiap“ nannten die Chinesen eine kalt-pikante Fischsauce, die findige Seefahrer im 18. Jahrhundert über Europa nach Amerika brachten. Doch es war der ambitionierte Jungunternehmer Henry John Heinz, der im Jahr 1876 – inspiriert von dem asiatischen Mitbringsel – die Rezeptur veränderte und aus frischen, aromatischen Tomaten und einer Vielzahl von Gewürzen den (h)einzigartigen Heinz Tomato Ketchup entwickelte, dessen Rezeptur bis heute so geblieben ist. Überhaupt hatte Henry John Heinz ein Händchen für Innovationen, die den Bedürfnissen der Verbraucher entsprachen und deshalb mit durchschlagendem Erfolg belohnt wurden.

Schon mit 16 Jahren startete er sein Business mit einer brillanten Geschäftsidee:
Er verkaufte eingemachten Meerrettich aus Mutters Gemüsegarten – übrigens eines der ersten „Convenience-Produkte“ – nicht in den üblichen dunkelgrünen oder braunen Glasgefäßen, sondern in glasklaren Behältern, die den Blick auf den „Qualitäts-Meerrettich von Heinz“ freigaben. Bis heute basiert der Erfolg der Heinz-Produkte auf der Philosophie von Henry John: „Gewöhnliche Dinge ungewöhnlich gut zu machen, bringt den Erfolg.“

Später, als Inhaber der H.J. Heinz Company, erwies sich Henry als ideenreicher Marketingstratege. Ganz früh begriff er, wie wichtig ein gut platziertes Logo ist, um eine Marke unter die Leute zu bringen. S chon ab 1880 prangte das Firmenlogo auf Autos, Werbeplakaten, Anzeigen, sogar Hügel wurden gekauft und mit dem Logo bepflanzt. Besonders spektakulär war die erste Leuchtreklame in New York, über sechs Stockwerke eines Hauses flammte das Logo mittels 1.200 Glühbirnen auf. Und das erst kurze Zeit nach Einführung der Straßenbeleuchtung! Damit nicht genug, 1898 kaufte H.J. Heinz in Atlantic City eine luxuriös überdachte Kai-Anlage am Meer mit Sonnendeck, Ausstellungshalle, Glaspavillon, Theater und veranstaltete dort einmal im Jahr groß angelegte Verkostungsaktionen mit Volksfestcharakter. Events nennt man so was heute. Kein Wunder also, dass Heinz Tomato Ketchup bald in aller Munde war.

Als Unternehmer setzte Heinz übrigens auf Mitarbeitermotivation, auch wenn dieses Wort damals noch nicht existierte. Im Gegensatz zu den meist düsteren, verschmutzten Fabriken der Zeit sorgte Heinz für helle, saubere Produktionsanlagen. Für die Mitarbeiter gab es neben Waschräumen mit heißem und kaltem Wasser (damals eine luxuriöse Rarität) eine Turnhalle, Swimmingpool und Kantine. Neben freier ärztlicher und zahnärztlicher Versorgung erhielt jeder Mitarbeiter, der direkt in die Nahrungsmittel-produktion involviert war, eine kostenlose Maniküre pro Woche. Wobei die hygienischen Gesichtspunkte wohl im Vordergrund standen. Selbst ein „Geschäftswagen“ stand den Mitarbeitern in Form einer selbstverständlich mit Logo versehenen Kutsche inklusive zweier schwarzer Warmblutpferde für die Freizeit zur Verfügung. Kein Wunder also, dass ein Arbeitsplatz bei der H.J. Heinz Company begehrt war und die Motivation der Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg beitrug.

Der Siegeszug des Ketchups war nicht aufzuhalten. In Deutschland kam man erst Anfang der 50er Jahre dieses Jahrhunderts auf den Geschmack der roten Sauce. Heute findet man Ketchup in zwei von drei deutschen Haushalten, der jährliche Konsum liegt bei beachtlichen 80.000 Tonnen. Damit ist Deutschland der größte Markt für Ketchup in Europa.

Weltweit verarbeitet die H.J. Heinz Company fast 2 Millionen Tonnen Tomaten pro Jahr, jede dritte Flasche Ketchup ist Heinz Ketchup.

Heinz ist mittlerweile ein Teil des Kraft Konzerns und nennt sich heute KraftHeinz.

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