Mardi Gras — der Fasching / Karneval in den Südstaaten der USA

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Mardi Gras, gesprochen: Mardi Grah, wird der Karneval in den Südstaaten der USA genannt. Genauer gesagt  ist das der Fasching in New Orleans, Baton Rouge (beides Louisiana) und in Mobile, Alabama. Die farbenprächigen Paraden sind in aller Welt bekannt und Millionen an Besuchern kommen in den Faschingstagen vor allem deswegen nach New Orleans, welches sich die Stadt noch mehr als sonst in ein Party Epi-Zentrum verwandelt.

Wann ist Mardi Gras dieses Jahr? Hier ist unser Feiertagskalender USA

Unklarheit über die Herkunft von Mardi Gras

In der Tat hat Mardi Gras seinen Ursprung einige Hundert Jahre vor Christus in Frankreich, wobei die Franzosen es den alten Römern entliehen haben sollen, die das sogenannte Lupercalia Fest zu Ehren der Göttin Juno, die Beschützerin der Ehe und Frau von Jupiter, ausgiebig feierten.

Ob es tatsächlich Juno war, darüber streitet man jedoch noch, es könnte auch Faunus, Lupercus oder Eros gewesen sein. Dieses Lupercalia war auf jeden Fall am 14. bzw. 15. Februar, was zu neuen Ungereimtheiten führt:
Der heutige Valentinstag ist auch am 14. Februar, wobei dieser aber nach Valentin benannt ist, der ein Priester aus Ternia im Römischen Reich war und zufällig auch an einem 14. Februar, allerdings 269 n.Ch., hingerichtet wurde. Beim Lupercalia Fest soll im übrigen auch das Schenken von Blumen an der Tagesordnung gewesen sein.

Man sagt nun, dass der Priester Valentin nur als Namensgeber für das eigentlich alte heidnische Fest der Römer herhalten durfte, welches man es im Zuge der Christianisierung nicht verbieten wollte und -viel wichtiger- konnte, es aber irgendwie zu einem religiösen Fest konvertieren musste und deshalb einen Heiligen dafür benötigte. Eben Valentin !, also St. Valentin, der eben auch etwas mit dem 14. Februar zu tun hatte… Später in der Neuzeit hat sich dann aber, wie bekannt, der Valentinstag doch wieder separat neben dem Faschingstreiben etabliert. Kirche gescheitert? Aber zurück zu Mardi Gras …

Fat Tuesday

Die Franzosen adaptierten das heidnische Fest der Römer und christianisierten es, der Name wechselte auch: das „Boeuf Gras“ war geboren, was soviel bedeutet wie Fettes Fleisch (Fat beef). Der Faschingsdienstag heisst in den USA übrigens „Fat Tuesday“.

Die französischen Auswanderer brachten das Fest dann mit in die Neue Welt, zunächst nach Mobile und New Orleans. Dabei sind die Aufzeichnungen aus der Zeit lückenhaft, man spricht von einem Zeitraum zwischen 1699 und 1703, als das erste Mardi Gras stattfand – vermutlich in New Orleans.

Allerdings das erste organisierte Fest mit Wagenparaden soll wiederum in Mobile, Alabama, stattgefunden haben. Welche Stadt den Anspruch darauf hat, nun die erste gewesen zu sein, kann nicht mehr genau geklärt werden, jede Stadt schreibt sich dies zumindest zu.

Gefeiert wird es immer an einem einzigen Tag, dem Dienstag vor Aschermittwoch, auch als Faschingsdienstag in Deutschland bekannt. Mardi Gras „Fat Tuesday“ ist der Höhepunkt dieser Saison.

Noch etwas zu den Farben, die dem Besucher überall begegnen werden: Die offiziellen Farben sind Lila, welches Gerechtigkeit symbolisiert, Grün, das für den Glauben steht und Gold schliesslich bedeutet Kraft. So hat es im Jahre 1872 „King of Carnival“ Rex festgelegt und so ist es geblieben.

Die Art, wie gefeiert wird, ist dem Karneval in anderen Ländern ähnlich oder gleich. Es ist der Tag, an dem Paraden stattfinden, der „König Karneval“ samt Gemahlin ungezählte Veranstaltungen letzmalig in der Saison besucht und Tausende von kostümierten Menschen die Strassen bevölkern – mit Religion hat das heute nichts mehr zu tun.

Mardi Gras ist offizieller Feiertag in New Orleans und Mobile !