Colorado – im Sommer, was man gesehen haben sollte

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Colorado ist ein Reiseziel, dass im Schatten von den klassischen Südwest-West-Staaten der USA (Arizona, Utah, Kalifornien) steht, vielleicht weil es nicht die großartigen Nationalparks hat oder weil es nicht wirklich auf dem Weg liegt, oder weil man denkt, es wäre nur für Wintersportler interessant.

Wir möchten Ihnen in diesem Artikel ein paar Gründe geben vielleicht doch mal in Colorado vorbeizuschauen…

Mount Evans

Wo können Sie schon mal auf über 4000 m mit dem Auto fahren?
Der Mount Evans liegt sozusagen vor Denver’s Haustür – er ist zudem von Denver aus mit seinen 4.347m leicht und von vielen Stellen aus sichtbar.

Mount Evans -- Colorado Rocky Mountains
Mount Evans — Colorado Rocky Mountains

Was ihn einzigartig macht ist, dass man bis zum Gipfel hinauffahren kann – es ist ein Scenic Drive, also eine ‚Landschaftlich sehr reizvolle Fahrstrecke‘ und die Strasse ist die höchste, befestigte Strasse in Nordamerika. Die komplette Strasse bis zum Gipfel ist nur im Sommer und zwar von Memorial Day bis Labor Day befahrbar (letzter Montag im Mai bis ersten Montag im September). Abhängig vom Wetter wird jedoch u.U. erst Ende Juni der restliche kurze Weg ab Summit Lake zum Gipfel freigegeben. Man sollte sich einen sonnigen Tag aussuchen, ansonsten wird man die fantastischen Aussichten am Gipfel missen. Übrigens kann man sogar die Continental Divide sehen.

Mt. Evans ist über die I-70 ab Idaho Springs zu erreichen. Es ist so eine Kleinstadt, in die man gerne seinen Sonntagsausflug macht oder wohin man die Harley ausführt – so sieht es jedenfalls aus. Menschen, die die Strasse langschlendern, in den Cafe’s verweilen, in der Tommy Knocker Brewery ein paar selbstgebraute Biere geniessen, oder in den Shops stecken.

Rocky Mountain Nationalpark

Gleichfalls lädt Estes Park, ein kleines schmuckes Städtchen am Eingang des Parks, zum Schlendern in der nett gestalteten Main Street ein. Im Sommer ein Platz mit vielen Straßen Cafes.

Bighorn Sheep -- Rocky Mountain Nationalpark
Bighorn Sheep — Rocky Mountain Nationalpark
Rocky Mountain Nationalpark, Colorado
Rocky Mountain Nationalpark, Colorado

Der Park ist vorwiegend ein Landschafts- und Tierbeobachtungs Park, ein Park für Naturfreunde und Wanderer. Eine nicht scheue und reichhaltige Tierwelt gewürzt mit fantastischen Aussichten sind der Grund, warum man herkommt. Es gibt keine spektakulären Canyons oder sonstige Sonderlichkeiten. Einfach nur schöne Seen- und Berglandschaften. Tiere können einem überall begegnen.
Um ein paar Eckdaten zu nennen: der Park ist sehr gross mit über 100 qkm Berglandschaft, die größtenteils oberhalb der Baumgrenze liegt, und um die 150 Seen. Dutzende über 4.000 m hohe Berge bilden die Nachbarschaft. 14.259 ft (4.346 m) hoch ist der Longs Peak.

Rocky Mountain Nationalpark sieht ca. 3 Mio. Besucher pro Jahr und die Parkstraßen, die sich in Art und Weise harmonisch und rustikal in die Landschaft einfügen, sind gleichfalls eine ‚Sehenswürdigkeit‘, denn die meisten Besucher fahren tatsächlich einfach nur die Straßen ab und genießen die Natur mehr oder weniger vom Wagen aus.

Great Sand Dunes Nationalpark bei Alamosa

Wie völlig fehl am Platz wirken diese goldenen Sandberge am Fuss der schneebedeckten Rocky Mountains.
Das 153 qkm grosse Monument liegt 38 mi (ca. 60km) nordöstl. von Alamosa und über die US 160 und SR 150 zu erreichen.

Great San Dunes Nationalpark, Colorado
Great San Dunes Nationalpark, Colorado

Zu schwer, um mit dem Wind über die „Sangre de Cristo Range“ getragen zu werden, hat sich der Sand hier seit ca. 15.000 Jahren abgelegt. Das Resultat ist eine 101qkm große, sich ständig in der Form verändernde Sanddünen — Höhe mehr als 200m.
Man kann sie ganz raufgehen, aber das ist anstrengender als mancher denken wird. Ebenfalls kann man sich Sandboards und Sandschlitten leihen und die Dünen runter fahren. Der Verleih ist allerdings außerhalb des Parks. Mehr Infos in unserem Artikel: Great Sand Dunes Nationalpark

Boulder

Boulder, Colorado: 300 Tage Sonne, am Rand der Rockies auf 1600m Höhe gelegen. Ein junge Stadt mit vielen Studenten, endlosen Outdoor Sportmöglichkeiten, und einem liberalen freien Geist. Umweltschutz steht ganz oben, Fahrradfahren statt Auto, sehr Hunde-freundlich, … sind nur einige Schlagworte, die die Stadt beschreiben.

Boulder ist eine ‚Freizeitstadt‘, eine Sportler Stadt. Einst von ‚Outside Magazine‘ als #1 Sports Town gewählt und 2017 hat National Geographic eine Liste mit den 25 U.S. Städten, wo die Menschen am glücklichsten sind (‚Happiest Cities‘) veröffentlicht. Boulder, Colorado, Platz 1…

Outdoors Aktivitäten Boulder, Colorado
Outdoors Aktivitäten Boulder, Colorado
Fussgängerzone Boulder, Colorado
Fussgängerzone Boulder, Colorado

Wer Sport, Outdoor und Casual Lifestyle nicht sein Dingen nennt, der kann Boulder dennoch wegen seiner europäisch anmutenden Innenstadt und Fussgängerzone, seinen alten Gebäuden und seiner vielen Strassen Cafes und Restaurants besuchen und wird auf seine Kosten kommen.

Boulder hat Top Restaurants aber auch, schon wegen der vielen Studenten, jede Menge Sports Bars (also normale Kneipen auf moderatem Preisniveau).
Wer gerne gut diniert, der findet in Boulder so ziemlich alle Küchen der Welt, von erstklassiger Fusion-Küche über gehobene spanische Tappas-Bars bis zum vornehmen italienischen Restaurant.

Aber Boulder ist auch für seine guten Micro Breweries bekannt: das sind Kneipen, die selber brauen und eine herzhafte, solide Küche anbieten.
Mit seinen gut 100.000 Einwohnern längst nicht mehr das verträumte Bergdorf von einst. Mit ca. 25.000 Studenten (,die zur Semesterzeit noch zu den Bewohnern kommen), ist die Colorado University of Boulder eine der grössten und anerkanntesten Universitäten im Westen der USA.

Boulder ist eine junge, aktive Stadt – der Altersschnitt aller Bewohner ist 29 Jahre! Es ist eine Stadt der Radfahrer, Gesundheitsbewussten, Studenten, Lebenskünstlern sowie Reichen. In in Boulder zu leben hat seinen Preis: ein deutlicher Preisaufschlag gegenüber dem fast günstig anmutenden Denver. Dafür lebt man dann wirklich in Fussreichweite der Bergausläufer, der sogennanten Foothills und Open Spaces, was Naturschutzgebiete sind. Professionelle Radfahrer und Marathoner haben Boulder zu ihrem Wohnsitz gemacht und der Freizeitsportler kommt erst recht auf seine Kosten. Mountain Biking, Running, Paragliding, Free-climbing und mehr Sportarten – dafür ist Boulder bekannt.

Gold Hill

Am besten von Boulder zu erreichen: Nehmen Sie die Mapleton Ave vom Broadway aus Richtung Westen (die Berge). Folgen Sie einfach der Strasse. Sie geht dann über in Sunshine Canyon und wird letztendlich zu einer ungeteerten Strasse.

Semi Ghosttown Gold Hill bei Boulder, Colorado
Semi Ghosttown Gold Hill bei Boulder, Colorado

Ganz grob gesagt ca. 10 mi / 16 km nord-westlich von Boulder, was ca. 20-30 Minuten Fahrzeit bedeutet.
Gold Hill soll das erste permanente Minen Camp in Colorado gewesen sein. 1859 wurde hier viel Gold gefunden und innerhalb der nächsten 12 Monate bevölkerten 1.500 Bergleute das Gebiet. Im Miners Hotel, 1872 gebaut, ist noch viel von den Original Möbeln zu sehen.
Der Ort, der auch als Semi-Ghosttown geführt wird, ist noch bewohnt von 100 bis 200 Leuten und hat einen mehr als sehenswerten ‚General Store‘, der hervorragend für eine Kaffeepause bei selbstgemachtem Kuchen geeignet ist.

Denver, die Hauptstadt von Colorado

Den Beinamen hat die Stadt dadurch, dass sie genau 1 Meile (1.609m) über dem Meeresspiegel liegt. Die Hauptstadt von Colorado liegt östlich der Rocky Mountains und fast in der Mitte zwischen Atlantik und Pazifik.

Das Kapitol in Denver, Colorado
Das Kapitol in Denver, Colorado

Denver ist eine von Amerika’s jüngsten Städte, geboren während dem großen „Pike’s Peak Goldrush“ von 1859. Denver ist eine demographisch junge Metropole mit über 200 Parks und einer Innenstadt, die langsam umgewandelt wird von Nur-Büro zu ‚Wohnen in der Innenstadt‘. Die Innenstadt ist gut zu Fuss zu entdecken und die 16th Street Mall bildet den Kern.

Denver liegt auf einer Höhe von genau 1.600m (= 1 Meile) und wird deshalb auch die „Mile High City“ genannt. Genauer gesagt: die 15. Stufe der West-Treppe des Capitols ist exakt (1,609 m) – eine Meile – über dem Meeresspiegel.

Denver wird allerdings auch für viele Besucher recht enttäuschend wirken — es hat nicht den von anderen Städten bekannten Großstadtflair, es wirkt eher langweilig. Es gibt nicht wirklich viel zu sehen oder erleben — natürlich ist dies eine subjektive Einschätzung, aber wir wollen es erwähnt haben. Es ist ratsam sich gut über Denver’s Sehenswürdigkeiten, die Ihren eigenen Interessen entsprechen, zu informieren.

Red Rocks Amphitheatre (in der Nähe von Denver)

Nicht weit weg von Morrison, im Westen von Denver gelegen, liegt der Red Rocks Park mit dem Red Rocks Amphitheatre.

Red Rocks Amphitheater, Denver, Colorado
Red Rocks Amphitheater, Denver, Colorado

Richard Wagner’s Sohn hat das Amphietheater sound-technisch abgestimmt. Alle Größen aus Rock und Pop haben hier bereits gespielt und das angegliederte Visitor Center, welches mehr ein Musik-Museum ist, zeigt auf der Wall of Fame die Hunderte von hier aufgetretenen Künstlern.

Vor allem an den Wochenenden (morgens und tagsüber) treffen sich hier Dutzende von Sportsbegeisterten und absolvieren ihr Training hier. Die Sitze des Amphitheaters sind in Stufen angeordnet und das ist die Herausforderung: warm machen mit parallelen Jogging-Läufen entlang der Bänke und dann von unten bis oben entweder die Stufen rennen, springen, oder was auch immer. Sportclubs und ihre Member treffen sich ebenfalls jedes Wochenende und absolvieren Boot Camps. Für Ungeübte sicherlich keine Aktivität, die man machen sollte aber ausprobieren ist denkbar oder zuschauen.

Buffalo Bill Museum & Grave is located near Denver

Das Buffalo Bill Memorial Museum wurde 1921 ins Leben gerufen, was gerade einmal 4 Jahre nach dem Tod Buffalo Bill’s war, der am Lookout Mountain begraben wurde.

Buffalo Bill Grave and Museum bei Denver, Colorado
Buffalo Bill Grave and Museum bei Denver, Colorado

Buffalo Bill wurde zum Beinamen des berühmten Pfadfinders und Büffeljägers William Frederick Cody, bekannt als Buffalo Bill Cody.
Die Show „Buffalo Bill’s Wild West / Congress of Rough Riders of the World“ war seine Show Produktion nach seiner Pfadfinder Zeit. International anerkannt hat die Show wesentlich dazu beigetragen, ein bleibendes Bild des amerikanischen Westens zu schaffen.
Buffalo Bill war eine der Hauptpersonen bei der Entstehung des Mythos‘ des amerikanischen Westens, wie er in Filmen und in Hollywood Produktionen gesehen werden kann.
Lage
Buffalo Bill Memorial Museum, 987 Lookout Mtn. Road, Golden, Colorado. fahren Sie auf der I-70 von Denver aus Richtung Westen und nehmen Exit 256. Folgen Sie der Beschilderung.
Offizielle Website: http://www.buffalobill.org

Aspen, Vail

Die Namen haben Gewicht in der Ski Welt — keine Frage, dies sind renommierte Skiorte, die alles bieten, was man sich in der Liga so vorstellt. In der Sommersaison sind es kleine attraktive Orte, die man einmal gesehen haben sollte. Allerdings kann man sie alle nacheinander abfahren, denn sie liegen entlang des I-70 Korridors, der Denver mit Utah verbindet und den Sie ggfs. sowieso fahren auf Ihrem Weg in den Südwesten oder umgekehrt.

Last-but-not-least: Marijuana

Keine Sehenswürdigkeit, … aber nicht zu vergessen ist, daß Colorado einer der Staaten ist, wo das Kiffen legal ist. Sofern man mindestens 21 Jahre alt ist und einen Pass vorzeigen kann, kann man es in Hunderten von Shops, sogenannten Pot Shops, kaufen. Nur daran denken, dass man nicht in der Öffentlichkeit rauchen darf, und natürlich nicht Autofahren darf etc. Für die, die nicht rauchen, gibt es alle möglichen essbaren Varianten von Schoko bis Gummibärchen. Die Beratung in den Geschäften ist professionell und sachkundig — man muss also nicht denken, dass da so ein alter übergebliebener Kiffer steht und selbst nichts peilt. Der Kunde kann klar sagen, was sein Ziel ist und wird das richtige Produkt bekommen. Mit Ziel ist gemeint, ob man Stress abbauen will, ob man mehr aus sich herausgehen möchte und einfach nur Spaß haben will, ob man medizinische Gründe hat, und so weiter. Übrigens: solch ein Produkt mit über die Staatengrenze zu nehmen ist nicht ratsam, denn die Nachbarstaaten haben Marijuana nicht legalisiert und verstehen wenig Spass…